Wie sehen Wertschöpfungsketten der Zukunft aus?

Corona reißt die Welt aus ihren bisherigen Fugen und uns aus dem Wohlstandsschlaf. Die Experten sind sich einig: In der Corona-Pandemie startet die größte Revolution der Menschheitsgeschichte.

Die Corona-Pandemie hat tiefgreifende Veränderungen hervorgebracht: Vom großen Unternehmen bis zum Soloselbstsändigen – alle fahren auf Sicht und versuchen sich in der neuen Realität zurecht zu finden. Für die meisten sind die Veränderungen noch nicht sichtbar, doch Experten erwarten eine der größten Revolutionen und tiefgreifende wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Veränderungen. Deutschland mit diversen Exportenschlagern wurde abrupt aus einem Wohlstandsschlaf und einer seit über 10 Jahren voranschreitenden Hochzeit. Als global vernetzte Exportnation stehen wir nun vor der Herausforderung, die direkten Folgen der Pandemie für die Wirtschaft zu bekämpfen. Und nicht alles wird durch Hilfspakete der Politik gelöst werden.

So digitalisieren aus der Not heraus viele Unternehmen in kürzester Zeit ihre Prozesse und erfinden kreative und für viele Mitarbeiter funktionierende Sonderlösungen, die den Arbeitsalltag verbessern. In unseren Schulen werden innerhalb kürzester Zeit digitale Lernkonzepte entwickelt – und Hamburg, so den Medien zu entnehmen, beschafft kurzerhand fast 40.000 Laptops und Tablets. Gesprächsrunden mit Anwesenheitspflicht werden durch Online-Meetings ersetzt, die Kollaboration verlagert sich selbst bei traditionsbewussten Unternehmen, Instutitionen oder sogar Behörden in wenigen Augenblicken zu Slack, Microsoft Teams oder andere digitale Collaboration-Tools. Und auch die spontanen Gespräche in den Kaffeeküchen werden durch Gruppen-Chats mit entsprechenden Formaten digitalisiert. Dies alles geschieht mit einer Geschwindigkeit, die vor ein paar Monaten noch niemand für möglich gehalten hätte. Microsoft-Chef Satya Nadella sagt dazu, “wir haben ein Ausmaß digitaler Transformation von zwei Jahren in zwei Monaten erlebt”.

Die aktuelle Lage jedem von uns einen Ausblick auf die Zukunftstechnologien, die unser Leben und unsere Wirtschaft von nun an prägen werden. Schon heute nehmen Künstliche Intelligenz, Roboter, 3D-Druck und synthetische Biologie zentrale Rollen im Kampf gegen das Virus ein. So nutzt Singapur Roboter von Boston Dynamics und fliegende Drohnen, um die Bevölkerung auf die nötigen Abstandsregelungen aufmerksam zu machen. Italien verwendet Tauchmasken die mithilfe von 3D-Druckern hergestellt wurden und zu dringend benötigten Beatmungsgeräten umgebaut.

Wertschöpfungsketten werden nachhaltiger, effizienter und sicherer!

KI, Roboter und Drohnen, 5G, Internet der Dinge (IoT), Quantencomputer, 3D-Druck, Blockchain… Das sind die neuen Werkzeuge im Baukasten der Zukunft. Jede dieser Technologien hat für sich allein schon das Potenzial, ganze Branchen umzuwälzen und unsere Wirtschaft tief greifend zu verändern. Und natürlich auhc die Wertschöpfungskette zu verändern. Das besondere und auch beeindruckende dieser Technologien ist, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit global skalierbar sind. Nur selten sind physische Artefakte aufzubauen. Sie sind miteinander kombinierbar und so in der Lage, sich gegenseitig zu verstärken.

Neue Fertigungsmethoden wie 3D-Druck oder synthetische Biologie ermöglichen es uns, Produktionsprozesse und die Herstellung von Produkten grundlegend neu zu denken. Diese Technologien haben unglaubliches Disruptionspotenzial und werden unser Leben letztenedlich nachhaltiger, effizienter und sicherer machen. Dadurch werden sie unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft stärker beeinflussen, als die Digitalisierung es bislang getan hat. Umso wichtiger ist es auch für Hamburger Unternehmen, dass wir die Hintergründe dieser Veränderungen bestmöglich verstehen und uns frühzeitig mit den Chancen, aber auch den möglichen Konsequenzen der kommenden exponentiellen Revolution auseinandersetzen. Die Digitalisierung war erst der Anfang. Jetzt startet die größte Revolution der Menschheitsgeschichte!

Auch wenn Europa den “Goldrausch” der großen Internetplattformen versäumt hat, gibt es Möglichkeiten sich selbst neuzuerfinden. Dafür ist aber ein neues unternehmerisches Mindset erforderlich, welches auch politisch gestützt werden muss. Das Momentum aus Offenheit und Veränderungswillen für Technologien müssen wir nutzen. Dafür initiiert der Hamburger Hafen mit homePORT einen Reallabor und Innovationscampus, der Möglichkeiten zum Ausprobieren, Entwickeln, Produzieren und auch Scheitern ermöglicht.